Allgemeine Information

Stadt Hennigsdorf

25.000 Euro für Multifunktionales Fernwärmenetz als Wärmedrehscheibe
Kommunen

Die Auszeichnung im Wettbewerb "Klimaaktive Kommune 2021" wurde für die sogenannte Wärmedrehscheibe vergeben, einem intelligenten Netz, das Wärmeenergie von verschiedenen nachhaltigen Quellen bezieht, Lastspitzen über Zwischenspeicher puffern kann und unterschiedliche Verbraucher beliefert.

Video zum ausgezeichneten Projekt

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Bürgermeister Thomas Günther zur Verwendung des Preisgeldes:

"Eine Smartflower, die wir auf einem Schulcampus installieren, bietet eine intelligente Lösung zum Einfangen und Speichern von Sonnenenergie. Schüler und Interessierte können die Solaranlage studieren. Es gibt schließlich mehr als Strom aus der Steckdose.“

Factsheet zum Projekt:

Alle Infos zusammengefasst in einem Factsheet: barrierefreies PDF zum Download.

Wärmewende in Hennigsdorf

Die Stadt und die Stadtwerke Hennigsdorf haben eine gemeinsame Vision: eine CO2-neutrale Fernwärmeversorgung mit regionalen Ressourcen. Dazu starteten sie 2017 mit Unterstützung mehrerer Partner (Steinbeis Innovation gGmbH, Solites, tetra ingenieure GmbH, RuppinConsult GmbH) und mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie das Projekt „Wärmedrehscheibe“. Seit 2020 werden die Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfer auf diese Weise mit Fernwärme versorgt, die bereits zu 65 Prozent aus nachhaltigen Quellen – wie industrieller Abwärme und erneuerbarer Energie – stammt, bis 2023 sollen es sogar 80 Prozent sein.

Für die Umsetzung des Konzepts „Wärmedrehscheibe“ werden  verschiedene Ener-gielieferanten und Verbraucher, wie private Haushalte, kommunale Liegenschaften, das Gewerbe und die Industrie, systematisch miteinander verbunden. Von besonde-rer Bedeutung ist die Nutzung der Abwärme des großen Elektrostahlwerks im Industriepark vor Ort. Nach jahrelangen Planungen wird seit Ende 2019 die Abwärme in eine eigens dafür errichtete Heizzentrale ins Netz gekoppelt. Eine solarthermische Anlage, ein Bioerdgas-Blockheizkraftwerk und ein Biomasse-Heizkraftwerk sind weitere klimafreundliche Wärmeproduzenten für die „Drehscheibe“. Um Schwankungen in der Wärmeproduktion und Lastspitzen auszugleichen, setzen die Stadtwerke ein Speicherkonzept um, zukünftig soll ein Multifunktionspufferspeicher in der Stadt gebaut und ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Gesteuert wird das gesamte Netz über eine digitale Leitwarte, in der alle Informationen zusammenlaufen. So wird eine effiziente und sichere Versorgung der Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfer gewährleistet.

Bundesweite Strahlkraft

Der Kohleausstieg konnte in Hennigsdorf bereits vollständig umgesetzt werden. Gut 30 Prozent der Wärme wird noch über die Verbrennung von Erdgas produziert. Zum Vergleich: Die meisten deutschen Fernwärmenetze werden heute noch überwiegend fossil befeuert. Durchschnittlich liegt der Anteil der erneuerbaren Energiequellen gerade einmal bei ca. 14 Prozent. Das Konzept der „Wärmedrehscheibe“, das verschiedene Energiequellen miteinander verbindet, hat Leuchtturmpotenzial, da es auf Klein- und Mittelstädte mit ähnlichen Netzen übertragbar ist.

Das heutige Fernwärmenetz Hennigsdorf setzt sich historisch aus dem Zusammen-schluss von vier Einzelnetzen im Stadtgebiet zusammen. Und bereits vor 20 Jahren wurde erfolgreich Solarthermie in das Netz integriert. Aktuell werden diese Anlagen modernisiert, was weitere CO2-Einsparungen durch erhöhte Erträge mit sich bringt. Eine Erweiterung durch solare Energie ist jederzeit möglich, die „Wärmedrehscheibe“ kann dem Bedarf also immer wieder angepasst werden. Der Erfolg spricht für sich: Bereits 2010 waren rund 59 Prozent und inzwischen sind etwa 80 Prozent des Stadtgebiets an das Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen. Hennigsdorf ist mit seinem Projekt Vorbild auf dem Weg der Wärmewende im urbanen Raum.