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11. Juni 2026

Drei Sportplätze, drei Lösungen: Klimaschutz mit Förderung der NKI

Während die Welt auf die Stadien in Nordamerika schaut, modernisieren Kommunen und Vereine hierzulande ihre Sportplätze. Was Wermelskirchen, Chemnitz und Völklingen mit Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) erreicht haben.

LED-Leuchten am Sportplatz Dabringhausen
Mit Förderung der NKI hat die Stadt Wermeslkirchen drei Sportanlagen auf moderne LED-Technik umgerüstet und damit die Trainings- und Spielbedingungen verbessert und den Energieverbrauch dauerhaft gesenkt.
© Stadt Wermelskirchen

Am 11. Juni 2026 startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika. Während die Welt auf Stadien mit Zehntausenden Plätzen schaut, passiert auf den Sportplätzen in deutschen Kommunen etwas, das weniger Schlagzeilen macht, aber länger wirkt: Sportvereine und Kommunen modernisieren ihre Sportstätten, senken ihren Stromverbrauch und entlasten ihre Kassen dauerhaft. Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) fördert diese Vorhaben über die Kommunalrichtlinie. 

Wermelskirchen modernisiert drei Sportplätze und steuert per App

Drei Sportplätze, eine App, deutlich weniger Stromverbrauch: Die Stadt Wermelskirchen hat ihre Flutlichtanlagen grundlegend erneuert. Anlass war die Rückmeldung der Sportvereine vor Ort: Die alte Technik reichte für das Spiel- und Abendtraining nicht mehr aus. Sportausschuss und Stadtverwaltung prüften die Lage und beschlossen die Modernisierung. Auf drei Sportplätzen ersetzte die Stadt die alten Halogenleuchtköpfe durch moderne LED-Flutlichter. Die NKI förderte das Vorhaben mit 20.125 Euro.

Mit der neuen Technik lässt sich die Beleuchtung erstmals gezielt anpassen. Für den Trainingsbetrieb reichen 75 Lux, für Abendtraining und Flutlichtspiele wird die maximale Beleuchtungsstärke freigeschaltet. Mit der alten Anlage war diese Unterscheidung nicht möglich und sie lief oft unnötig auf Volllast. Im regulären Trainingsbetrieb rechnet die Stadt damit, dass sich die Investition in sieben bis acht Jahren amortisiert.

72 Prozent Stromeinsparung: SV Eiche Reichenbrand zeigt, was möglich ist

Abendtraining war beim SV Eiche Reichenbrand e. V. aus Chemnitz schon immer selbstverständlich. Was sich geändert hat, ist der Stromverbrauch. Der Verein hat mit NKI-Förderung seine Außenbeleuchtung auf LED umgerüstet. Im Vergleich zur alten Anlage spart die neue Beleuchtung rund 72 Prozent Strom ein – mehr als 15.500 Kilowattstunden und rund 5.400 Euro pro Jahr. Gleichzeitig werden über die kommenden 20 Jahre mehr als 130 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden.

Besonders attraktiv: Durch die Kombination verschiedener Fördermittel konnte der Verein seinen Eigenanteil auf rund 15 Prozent der Gesamtausgaben senken. Ein Beispiel, das zeigt, wie Klimaschutz auch für kleinere Vereine finanzierbar wird.

Team Klimaschutz: Völklingen modernisiert gleich 13 Sportplätze 

Wie groß die Wirkung solcher Maßnahmen sein kann, zeigt auch die Stadt Völklingen im Saarland. Dort werden derzeit auf allen 13 städtischen Sportplätzen die bestehenden Beleuchtungsanlagen durch LED-Leuchten ersetzt. Als finanzschwache Kommune erhält die Stadt dafür einen Zuschuss von 40 Prozent der förderfähigen Gesamtausgaben. Die Einsparungen sind beachtlich: Künftig sollen jährlich mehr als 120.000 Kilowattstunden Strom eingespart werden – ein Minus von über 60 Prozent. Über 20 Jahre gerechnet bedeutet das eine CO₂-Minderung von mehr als 1.000 Tonnen.

Gleichzeitig zeigt das Beispiel, dass sich Investitionen in moderne Sportstätten langfristig lohnen: Die durchschnittliche Amortisationszeit einer LED-Außenbeleuchtung liegt bei rund zehneinhalb Jahren.

Die NKI fördert mehr als Beleuchtung

Die Kommunalrichtlinie der NKI bezuschusst Beleuchtungsmaßnahmen in Sportstätten mit 25 Prozent, finanzschwache Kommunen erhalten bis zu 40 Prozent, Antragstellende aus Braunkohlerevieren sind finanzschwachen Kommunen gleichgestellt. Fahrradabstellanlagen werden mit bis zu 50 Prozent gefördert, finanzschwache Kommunen erhalten bis zu 65 Prozent. Beratungsangebote zur strategischen Orientierung sind mit bis zu 70 Prozent förderfähig, für finanzschwache Kommunen mit bis zu 90 Prozent Förderung.

Bundesweit bereits mehr als 2.300 Projekte 

Wermelskirchen, Chemnitz und Völklingen sind drei von bundesweit mehr als 2.300 Klimaschutzprojekten zur Modernisierung von Beleuchtung auf Sportplätzen mit Förderung der NKI. Zusammen sparen sie jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden Strom. Antragsberechtigt sind Vereine, Kommunen und Betriebe mit mindestens 25 Prozent kommunaler Beteiligung, sofern sie eine Sportstätte besitzen, pachten oder mieten. Seit dem Jahr 2008 fördert das BMUKN kommunale Klimaschutzprojekte über die Kommunalrichtlinie der NKI.