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19. Febr. 2026

Klimafreundliche Mobilität in ländlichen Räumen stärken

Die Mobilitätswende im ländlichen Raum ist Herausforderung und Chance zugleich. Das neue Fokuspapier der Agentur für kommunalen Klimaschutz zeigt, wie Kommunen Mobilität systematisch klimafreundlicher gestalten können.

Das Bild zeigt das Cover der Publikation mit dem Titel "Klimafreundliche Mobilität in ländlichen Räumen". Es ist in hellem blau gestaltet und mit einer Regionalbahn bebildert.
Cover des Fokuspapiers „Klimafreundliche Mobilität in ländlichen Räumen“
© Agentur für kommunalen Klimaschutz

Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, wirtschaftliche Entwicklung und gleichwertige Lebensverhältnisse. Gleichzeitig zählt der Verkehrssektor weiterhin zu den größten Verursachern von Treibhausgasemissionen in Deutschland. Besonders in ländlichen Räumen ist der Handlungsdruck hoch: Längere Wege, geringe Siedlungsdichten und ein oftmals eingeschränktes Angebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) führen zu einer starken Abhängigkeit vom privaten Pkw – mit entsprechend hohen Emissionen. 

Besonderheiten ländlicher Mobilität berücksichtigen

Während in Städten viele Ziele zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dicht getaktetem ÖPNV erreichbar sind, sind Mobilitätsbedarfe im ländlichen Raum anders verteilt. Die Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsangeboten ist häufig geringer und schwerer zu bündeln. Gleichzeitig verfügen die meisten Haushalte über mindestens einen Pkw.

Das Fokuspapier analysiert diese strukturellen Rahmenbedingungen und verdeutlicht, warum Lösungen aus urbanen Kontexten nicht ohne Weiteres übertragbar sind. Kommunale Strategien müssen ortsspezifisch entwickelt und auf regionale Gegebenheiten abgestimmt werden.

Konkrete Ansatzpunkte für Kommunen

Das Papier zeigt praxisnah, an welchen Stellschrauben Kommunen ansetzen können:

  • ÖPNV und flexible Bedienformen: Hierarchisierte Netze, Rufbusse, Anruf-Sammel-Taxis oder Bürgerbusse können die Fläche effizient erschließen. Digitale Buchungs- und Informationssysteme erhöhen die Nutzerfreundlichkeit.
  • Fuß- und Radverkehr: Durchgängige, sichere Infrastruktur und intermodale Schnittstellen – etwa Fahrradabstellanlagen an Haltestellen – stärken den Umweltverbund.
  • Motorisierter Individualverkehr: Carsharing, Ridesharing und Elektromobilität reduzieren Emissionen und können die Zahl privater Fahrzeuge verringern.
  • Verkehrsvermeidung: Nahversorgung, mobile Dienstleistungen und digitale Angebote wie Homeoffice tragen dazu bei, Wege zu verkürzen oder zu vermeiden.

Deutlich wird: Eine nachhaltige Verkehrswende im ländlichen Raum erfordert ein integriertes Gesamtsystem, in dem unterschiedliche Verkehrsträger sinnvoll kombiniert werden.

Kooperation, Finanzierung und Beteiligung als Erfolgsfaktoren

Die Förderung nachhaltiger Mobilität ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Interkommunale Zusammenarbeit, Abstimmungen mit Landkreisen und Verkehrsverbünden und tragfähige Finanzierungsmodelle sind zentrale Voraussetzungen für eine langfristige Verstetigung von Angeboten.

Ebenso entscheidend ist es, Bürgerinnen und Bürger und Wirtschaft einzubinden. Beteiligungsprozesse schaffen Akzeptanz und liefern wichtige Hinweise zu konkreten Mobilitätsbedarfen vor Ort.

Kommunen erhalten im Fokuspapier zudem Hinweise auf Beratungs- und Fördermöglichkeiten – unter anderem im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Jetzt kostenfrei herunterladen

Das Fokuspapier „Klimafreundliche Mobilität in ländlichen Räumen“ steht ab sofort die der Mediathek kostenfrei zum Download bereit. In der Publikationsreihe „Fokus“ greift die Agentur für kommunalen Klimaschutz aktuelle Fragestellungen aus dem Themenfeld kommunaler Klimaschutz auf. Die Publikationen entstehen im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).

Weiterführende Informationen
Fokuspapier: Klimafreundliche Mobilität in ländlichen Räumen

pdf | 851.88 KB