Klimafreundliche Klärschlammverwertung in der Kläranlage Hammelburg
Mit einer zentralen Schlammentwässerungsanlage hat der Abwasserzweckverband Thulba-Saale die Klärschlammverwertung neu organisiert. Die moderne Anlage steigert die Effizienz der Entwässerung und bildet die Grundlage für Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden.
Projekttitel
Errichtung einer Schlammentwässerungsanlage und Annahmestation für die Kläranlage Hammelburg zur gemeinsamen Klärschlammverwertung
Projektnehmer
Abwasserzweckverband Thulba-Saale
Projektlaufzeit
01.01.2023 bis
31.12.2026
Projektkontakt
Regina Jopp
Geschäftsführerin
Fördersumme
533.132 Euro
Förderkennzeichen
67K22058
Förderprogramm
Auf einen Blick
Der Klärschlamm aus den Kläranlagen im Landkreis Bad Kissingen wurde bis vor wenigen Jahren überwiegend zu Düngezwecken in der Landwirtschaft verwertet. Durch eine Änderung der gesetzlichen Vorschriften ist dieser Verwertungsweg nur noch stark eingeschränkt nutzbar. Der Abwasserzweckverband (AZV) hat deshalb eine eigene stationäre Schlammentwässerungseinrichtung mit entsprechenden Zwischenlagerkapazitäten auf der Kläranlage Hammelburg errichtet und führt den entwässerten Klärschlamm einem anderen Verwertungsweg zu.
Auf Wunsch der umliegenden Gemeinden wird der gesamte Klärschlamm künftig auf der Kläranlage des AZV gesammelt, behandelt und anschließend entsorgt. Hierfür wurde eine Kooperation zwischen dem AZV Thulba-Saale und den Gemeinden/Marktgemeinden Aura an der Saale, Euerdorf, Oberthulba, Sulzthal und Wartmannsroth im Bereich der Klärschlammverwertung gegründet.
Der zentrale Bestandteil der Maßnahme ist der Neubau eines Maschinengebäudes zur Schlammentwässerung. Das Gebäude gründet auf einem zweigeteilten Speicherbecken aus wasserundurchlässigem Beton, welches als Vorlagebehälter für Dünnschlamm und Zentrat genutzt wird. Zur Entwässerung kommt ein Hochleistungsdekanter zum Einsatz. Dieser entwässert den Klärschlamm auf einen Trockensubstanz-Gehalt von über 30 Prozent. Eine Verfahranlage fördert den entwässerten Schlamm wahlweise in Abrollcontainer oder einen überdachten Schlammbunker. Sämtliche Pumpentechnik wurde mit Drehkolbenpumpen mit vorgeschalteten Mazeratoren ausgestattet. Neben der Bautechnik und Maschinentechnik wurde die gesamte Anlage auch elektrotechnisch ausgerüstet, automatisiert und in das bestehende Prozessleitsystem der Kläranlage integriert.
Herausforderungen und Lösungen
Das in der Entwässerung entstehende Zentrat ist stark belastet und muss in die biologische Reinigungsstufe der Kläranlage zurückgeführt werden. Für den Leitungsbau mussten im laufenden Betrieb bestehende, teils sehr komplexe Rohrleitungsverläufe angepasst werden. Bei der Planung innerhalb des Kläranlagengeländes mussten zahlreiche Hindernisse und Zwangspunkte berücksichtigt werden.
Auf Basis einer detaillierten Bestandsaufnahme konnten die Rohrleitungsverläufe so geplant werden, dass der Umschluss einzelner Bestandteile im laufenden Betrieb reibungslos ablief.
Erfolge und Erfolgsrezept
Entscheidend für den Projekterfolg waren die enge Abstimmung zwischen Bauherrn, Planungsbüro und ausführenden Firmen sowie ein belastbarer Zeitplan, der die Basis für eine erfolgreiche Zusammen-arbeit der diversen Gewerke und Schnittstellen darstellte.
Auch die Abstimmung mit den anliefernden Gemeinden war ein wesentlicher Faktor zum Gelingen der Kooperation, da nicht nur Maßnahmen auf der Anlage des AZV, sondern auch Vorbereitungen und Umbauten an den externen Anlagen erforderlich waren.
Insbesondere die zeitliche Komponente muss im Zusammenhang mit der bewilligten Förderung berücksichtigt und immer wieder validiert werden. Aufgrund der Komplexität des Vorhabens, der weltpolitischen Lage, Lieferengpässen et cetera mussten wiederholt Verlängerungsanträge gestellt werden.